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Bannoser - Jugend 

BANNOSER SPIELEN HEINRICH BĂ–LL
-Dramagruppe präsentiert Bölls „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ -

Im Juli 1974 erschien Heinrich Bölls Novelle "Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann" erstmalig. In nur sechs Monaten waren 200.000 Buchexemplare verkauft, die erste Taschenausgabe in einer Auflage von einer Million bald vergriffen, der Text in 18 Sprachen übersetzt. Böll hatte den Nerv der Zeit getroffen.

Ihrer Ehre wird Katharina beraubt durch die journalistischen Manipulationen der ZEITUNG, von denen es gleich im Vorwort heiĂźt, dass "Ă„hnlichkeiten mit Praktiken der BILD-Zeitung unvermeidlich seien".

Heinrich Böll, zeitweilig selbst den Hetzkampagnen des Springer-Konzerns ausgesetzt, reflektiert den Zusammenhang zwischen mittelbarer (medialer) und unmittelbarer Gewalt in einer Zeit, in der die Bundesrepublik einer beispiellosen Terrorismushysterie ausgesetzt war.

Dem Nobelpreisträger Böll ist mit diesem Stoff eine nachhaltige Gesellschaftskritik - mit geringem Verfallsdatum - gelungen.

Das findet auch die Bannoser – Dramagruppe und öffnet, über 40 Jahre nach Erscheinen des Buches, in der Saison 2019 den Vorhang für die Bühnenfassung von „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (nach Günther Fleckenstein).

Premiere ist am 22.3.19, weitere Vorstellungen finden am 23.3., 29.3., 30.3., 5.4. und 6.4.2019, jeweils um 20.00 Uhr im Bannoser-Theater, Heidelberger Str. 21a in Brensbach statt.

Karten sind im Otto-Shop in Brensbach, Karl Maser Str. 11 für 11 € im Vorverkauf erhältlich.

Zum Inhalt:

Ein junger Mann, in den sich Katharina am Abend vor Weiberfastnacht während einer Karnevalsparty ihrer Tante verliebt und mit dem sie die Nacht verbracht hat, wird als Terrorist verdächtigt und gesucht. Aus Unwissenheit heraus hilft sie ihm der Polizei zu entkommen und wird in der Folge das Opfer einer skrupellosen Schmutzkampagne. Über Nacht wird sie zum "Räuberliebchen", zu einer, die einen "Terroristen deckt". Wesentlichen Anteil an diesen Anschuldigungen hat die „ Zeitung“. Ihr gelingt es, Katharinas gesamtes Leben in die Öffentlichkeit zu zerren, alles zu verdrehen und zu entstellen und ins Gegenteil zu verkehren.

Die Polizei, verkörpert durch Kommissar Beizmenne und dessen Assistentin Pletzer sowie Frau Staatsanwältin Hach tun mit ihren penetranten Verhören und guten Kontakten zur Presse ihr Übriges. Sie setzen Katharina unter Druck, doch sie lässt zunächst in fast stoischer Ruhe die Anschuldigungen über sich ergehen und beteuert dabei stets ihre Unschuld. Diese unterstreicht auch vehement das renommierte Ehepaar Blorna, bei dem sie als Hausangestellte arbeitet und das Katharina protegiert. Ebenso wie ihre Patentante Else Woltersheim, die es kaum ertragen kann, dass ihre Nichte derart verleumdet wird.

Die „Zeitung“ jedoch macht immer weiter, ist immer auf der Suche nach der Story. Sie findet im Verhalten und in den Aussagen Katharinas ein gefundenes Fressen für den skrupellosen Sensationsreporter Tötges. Er serviert die Sensation um "die Mörderbraut" die „regelmäßig Herrenbesuch empfängt“ den Lesern häppchenweise. Das garantiert Auflage!

Katharina hingegen gerät unter einen enormen, schnell wachsenden psychischen Druck und sieht sich schließlich nur noch mit einem Akt der Gegengewalt in der Lage, ihre verlorene Ehre wieder herzustellen…

Der Text ist eine schonungslose Anklage gegen sensationslĂĽsternen Journalismus, dem Schlagzeilen wichtiger sind als Wahrheiten, Verkaufszahlen wichtiger als das Schicksal des einzelnen Menschen. Die Macht der Medien

ist ungebrochen, menschenverachtende journalistische Praktiken und Meinungsmache zerstören auch heute noch häufig Leben, deshalb hat der Text auch in unserer heutigen Zeit nicht an Aktualität verloren.

 

 

 

 

 

Zusätzliche Informationen